Wie man Spannung aufbaut

Spannung ist eigentlich so ziemlich das Wichtigste beim Schreiben. Ohne Spannung hat der Leser keinen Grund, weiterzulesen. Und wenn er keinen Grund zum weiterlesen hat, was wird er dann  machen?
Richtig, das Buch zuklappen und sich etwas anderes suchen. Damit uns das nicht passiert, ein paar Grunddinge zum Thema Spannung, auch Suspense genannt.

Es gibt verschiedene Arten von Spannung. Mindestens so viele nämlich, wie es Genres gibt. Thriller beispielsweise beziehen ihre Spannung daraus, ob es der Held schafft, ein Verbrechen zu verhindern, Krimis hingegen, daraus, ob der Fall aufgeklärt wird.
Bei Liebesgeschichten geht es um die Frage, ob Sie/Er ihren Kerl/Frau bekommt.

Wenn du genau hingesehen hast, wirst du feststellen, dass die Modalitäten unterschiedlich sind, das Schema jedoch immer das gleiche ist:

Ein Konflikt, der in irgendeiner Art und Weise gelöst werden muss.

Was hat das mit Spannung zu tun?

Der Knackpunkt ist folgender: Der Konflikt muss so interessant gestaltet sein, das Problem so überwältigend, dass der Leser gefesselt wird.

Beispiel:

Tante Erna benötigt Wolle zum Stricken. Sie macht sich also auf zum Laden, der jedoch geschlossen hat.

Nicht sonderlich spannend. Setzt man das Ganze jedoch in einen anderen Zusammenhang kann man daraus einen Konflikt basteln.

Weiterführung:

Da Tante Erna aber ein Abkommen mit der örtlichen Mafia hat, sie mit Strickwaren zu versorgen, muss sie um ihr Leben fürchten, wenn sie keine Wolle organisieren kann.

Diese Geschichte könnte man noch weiterführen, indem man fragt: „Und jetzt? Was passiert mit Tante Erna?“

Möglichkeiten gibt es zuhauf:

Sie könnte beispielsweise der Mafia den Kampf ansagen.

Oder sie bricht in den Laden ein, nur um festzustellen, dass die Wolle alle ist? Vielleicht findet sie dabei einen Toten?
Wie reagiert Erna? Ruft sie die Polizei? Wenn ja, wie rechtfertigt sie den Einbruch? Wenn Nein, ermittelt sie auf eigene Faust?

Fragen über Fragen. Nur eines ist klar: Alles, was die Geschichte spannender, packender macht, ist erlaubt.

Eine weitere wichtige Sache zur Spannung: Niemals darf der Text „durchhängen“, d.h. in seiner Spannung abfallen. Wenn möglich sollte man sogar noch einen draufsetzen.

Um bei Tante Erna zu bleiben: Wie wäre es, wenn auf einmal Mafia und Polizei hinter ihr her wären? Oder ihr Enkel als Killer für die Mafia arbeitet und für den Mord im Warenhaus verantwortlich ist?

Vielleicht beides?

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Grundregel:
Konflikt = Spannung. Je tragischer oder überwältigender der Konflikt, umso höher die Spannung.

Als Beispiel für eine Liebesgeschichte bietet sich der Film „Brookeback Mountain“ an. Unabhängig davon, ob man Dramen mag oder nicht, thematisch ist der Film sehr spannend.
Es geht darin um zwei homosexuelle Cowboys, die ihre Liebe verstecken müssen, um dem konformen Rollenvorbild ihrer Zeit zu entsprechen und gesellschaftliche Akzeptanz zu erhalten.

Ein sehr mächtiger Konflikt, zwei Menschen gegen die Gesellschaft.

Wie die Geschichte ausgeht, musst du selbst herausfinden! :)

??? Wie baust du Spannung auf? Achtest du auf Spannung? Was ist für dich spannend? Hinterlasse einen Kommentar! :)

4 Comments:

  1. Genau das ist es, was sooo schwer ist.

  2. Pingback: Spannung für Anfänger – Zehn Basistipps, um Spannung zu erzeugen! | stiftbild.de

  3. Spannung ist total wichtig! Bei mir sterben auch ständig Menschen oder benehmen sich sehr mysteriös, damit es interessant bleibt ;)

    • Danke für deinen Kommentar! :) Man darf es halt mir dem Sterben nicht übertreiben…;) Aber „Kill your darlings“ ist eine sehr schöne Methode zum Spannungsaufbau, da stimme ich dir zu :)

Deine Meinung? :)