Wie man einen guten Schreibstil entwickelt – Die Stilanalyse

Manche Autoren können gut schreiben. Manche weniger. Und ein kleiner Teil der Schriftsteller spielt in einer anderen Liga.

Sie sind Bestsellerautoren,

die keine Eintagsfliegen sind. Autoren, deren Bücher gekauft werden, obwohl die Story (unter Umständen) der größte Mist ist.

Und warum?

Weil sie einen nahezu perfekten Stil haben.

Aber woran macht man den Stil fest? Und was noch viel wichtiger ist – Wie entwickelt man einen guten Stil?

Gleich vorweg: Man kann lernen seinen Schreibstil zu verbessern. Ich habe es getan. Es hat zwar gedauert, aber mit dem Erfolg steigt die Motivation. Es gibt sehr wenige Ausnahmetalente, die instinktiv wissen, wie sie schreiben müssen, um den Leser zu fesseln. Aber das sind sehr sehr wenige.

Den in Wirklichkeit sieht es so aus: Bilden und Üben. Nur diese zwei Dinge helfen.

Schritt eins besteht also daraus zu lesen. zu lesen, was einem in die Finger kommt, kreuz und quer, nicht gernrespezifisch festgelegt. Es gilt dann darauf zu achten, wenn einem das Werk gefällt, darauf zu achten, warum es einem gefällt. Was macht den Reiz des Textes aus? Was gefällt mir an dieser Stelle, dieser Passage?

Wir machen eine Stilanalyse.

Beispiele:

Wie gefällt mir…

-die Satzlänge?

-die Dynamik des Textes?

-der Einsatz von Stilmitteln (z.B. Vergleiche, Metaphern, Symbolik)?

-der Spannungsaufbau?

-die Gestaltung der Dialoge?

-die Wortwahl?

-die Authentizität (abhängig vom Genre natürlich!) ?

-die Beschreibung der Charaktere?

-die Tiefe/Gestaltung der Figuren?

-der Umgang mit Informationen (liegen Infodumps vor?)?

-die Beziehung der Figuren zueinander?

-die Motivationen der jeweiligen Figuren?

Durch Lesen sind wir also in der Lage die Zutaten für einen guten Text herauszufinden. Und dann geht es ans Üben. (natürlich kann, soll man beide Schritte eigentlich parallel ausführen, aber ich stelle sie hier der Einfachheit halber nacheinander dar)

Übung:

Denk dir eine Szene aus. Und diese Szene schreibst du dann so, wie du denkst, dass sie einer deiner bevorzugten Autoren schreiben würde.

Wenn das gemacht ist, versuchst du die Szene noch zu verbessern, auszuweiten.

Später machst du das nicht nur mit Szenen sondern mit kleinen Geschichten. Du kannst sie immer länger werden lassen, je mehr du übst, umso leichter geht die Stilanalyse und -verbesserung von der Hand.

Wichtig: Die Verbesserung kommt immer erst nach der Rohfassung, im Endschliff. Wenn du also noch nicht an der Verbesserung deines eigenen Textes bist, weil er noch nicht fertig ist, lass es. Benutze stattdessen die oben genannte Übung. (gleichzeitig kann man übrigens seine Kreativität trainieren 😉 )

Der Feinschliff ist immer der letzte Schritt.

???Nutzt du die Stilanalyse? Hast du andere Methoden, deinen Stil zu verbessern? Was tutst du um deinen Stil zu verbessern? Hinterlasse einen Kommentar! 🙂

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4 Thoughts to “Wie man einen guten Schreibstil entwickelt – Die Stilanalyse”

  1. ich lese. ich habe mit stil und schreibweisen anderer herumgespielt. ich rede mit leuten, die gut schreiben können. ich versuche, alels hinzuschreiben, was in meiner vorstellung ist (und nicht1 von 3 sätzen im kopf zu behalten). ich merke mir strukturen, die ich entdecke und versuche damit, mein schreiben zu kontrollieren und zu steuern.
    es gibt zwei zitate, die ich nur noch sinngemäß zusammenkriege, aber mich trotzdem nachhaltig beeindruckt haben: „wenn ich einen absatz gestrichen habe, hatte ich einen produktiven vormittag“ (stefan zweig) und „wenn die story sich verläuft, muss man den punkt finden, an dem sie beginnt, in die falsche richtung zu laufen – und neu anfangen“ (virginia woolf).
    einfach schreiben – und kritisch hinschauen & schauen lassen.

    1. Das mit dem Strukturen finden/merken finde ich einen sehr guten Anatz. Das mache ich auch gerne.

      Man sieht man kann diese Methode natürlich für sich selbst abwandeln. Aber das Endziel ist immer das gleiche: Herauszufinden, warum der Text so wirkt, wie er es tut.

      Das Zitat von Stefan Zweig finde ich sehr treffend – oft ist weniger mehr.

      Vielen Dank für deinen Kommentar 🙂

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