Symbole – kleine Rätsel im Text

Symbole gibt es viele und häufig in Texten. Mal beabsichtigt, mal unbeabsichtigt. Deutlich, weniger deutlich. Einige Symbole verstecken sich gerne, andere springen den Leser förmlich an.

Aber woran erkennt man Symbole und wozu sind sie eigentlich gut?

Die Antwort ist nicht ganz so einfach. Ein Symbol drückt etwas aus, ohne es deutlich zu nennen.

Das Kreuz im Christentum ist beispielsweise ein bekanntes Symbol.

Was verbindest du mit dem Eifelturm? Oder den Pyramiden? Unsere Welt ist voll von irgendwelchen Zeichen. Sogar unsere Schrift besteht daraus. Sie besteht aus Symbolen die für Laute stehen.

Ein Symbol ist also so eine Art Stellvertreter für etwas anderes.

Und was haben Symbole im Text zu suchen?
Symbole sind aber auch ergiebige Stilmittel. Der Sinn dahinter ist, eine Abwechslung im Text zu erreichen und den Leser sich seine Schlüsse selbst ziehen zu lassen.

Beispiel:

Henry grinst wirklich immer, ist immer gut drauf.

Das Symbol für Henrys Unverzagtheit ist also das Grinsen.

Nehmen wir verschiedene Situationen an:

Seine Frau ist weg, Henry grinst weiter.
Er hat Schulden, Henry grinst weiter.
Die Scheidungspapiere fliegen ins Haus, Henry grinst weiter.
Seine Kneipe brennt ab, Henry grinst weiter.

Sein Hund stirbt, Henry grinst nicht mehr.

Merkst du die Kraft, die hinter diesem Symbol steht? Damit kann man Dinge ausdrücken, ohne viel beschreiben zu müssen. In unserem Beispiel kommt Henry mit allem zurecht – nur der Tod seines Hundes macht ihm zu schaffen.

Symbole können also vielfältig verwendet werden. Zur Vertiefung von

Charakteren oder der Illusion, zur Konturierung, zur Darstellung von Gefühlslagen oder ganz einfach für die Umschreibung von etwas.

Beispielsweise könnte man als Symbol für den Tod eine weiße Feder einführen. Lässt man den Text dann ebenfalls mit einer weißen Feder enden hat man ein Ende, dass offen und solide ist, sofern es unerwartet kommt.

Warum nicht eine Zigarette als Symbol für eine Person einführen? Ein Vielraucher als Protagonist zum Beispiel?

Ein entsprechender Endsatz könnte folgendermaßen lauten:

Karl drückte die Zigarette endgültig aus und ging.

Ein Symbol, das Fragen aufwirft: Stirbt Karl? War das ein Abschied?

Solche Zeichen können also dazu beitragen, den Text ein wenig mysteriöser oder aber endgültiger machen. Kombiniert mit anderen Aussagen bekommt man starke Texte.

Beispiel:

„Mach dir keine Sorgen. Mir wird schon nichts passieren. Krieg ist nunmal gefährlich.“ Karl drückte die Zigarette endgültig aus und ging.

In diesem Zusammenhang wird die Intention des Zeichens schon deutlicher.

??? Verwendest du Symbole? Wenn ja, wie? Kann man Symbole noch anderweitig nutzen? Hinterlasse einen Kommentar! 🙂

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One Thought to “Symbole – kleine Rätsel im Text”

  1. […] um solche Fragen ein. Der Leser liebt Geheimnisse. Gib ihm Hinweise, die widersprüchlich sind und Rätsel aufwerfen. Wirf mit den Antworten noch mehr Fragen […]

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