Schwäche kann ein Zeichen von Stärke sein: Warum Helden mit Makel interessanter sind

Jeder kennt das alte Spiel: Der Fiesling hat Böses im Sinne und der Held kommt und stoppt ihn.

Soweit so gut. Aber wenn das ganze so schnell und glatt funktioniert ist die Sache ziemlich langweilig.

Damit der Leser wirklich mit dem Charakter leidet, benötigt unser Held eine Schwäche.

Bekannte Beispiele gibt es genug:

Der Held Siegfried in der Nibelungensage beispielsweise ist unverletzbar. Außer einer kleinen Stelle der Schulter, die ihm zum Verhängnis wird.
Achilles, der Halbgott, war ebenfalls nicht klein zu kriegen. Paris trifft ihn an der Ferse und nutzt damit seinen Schwachpunkt aus.

Wir sehen also, ist dem Antagonisten die Schwachstelle (zu seinem Unglück und zur Verzückung des Lesers) auch noch bekannt ergeben sich, du wirst es ahnen, Konflikte.

Beispiel:

Unser Held, Kommissar Jansen, ist ein pflichtbewusster und fleissiger Mann.
Problem: Der Job reibt ihn auf, er ist drogensüchtig.

Konflikt: Was passiert, wenn Jansen auf Entzug ist?
Wie kann der Bösewicht diesen Umstand ausnutzen?

Vielleicht, indem er ihm Stoff anbietet? Indem er ihn mit seiner Sucht erpresst?

Natürlich. Und da hakt der schlaue Autor ein. Indem er dem Charakter Schwächen gibt, sorgt er dafür, dass der Charakter kämpfen muss um sein Ziel zu erreichen.

Und das ist es, was eine Geschichte ausmacht.

Wir lernen also:

Charakter mit Schwächen sind Charaktere die kämpfen müssen. Das heißt, die Figuren müssen aktiv sein. Und Aktivität bedeutet Leben. Auch im Roman.

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