Schreiben mit Style – Stilmittel und ihre Verwendung

Wenn sie Stilmittel hören, denken viele Menschen unweigerlich an den Deutschunterricht, wo es unter anderem die (zum Teil äußerst mühselige) Aufgabenstellung gibt, einen Text auf Stilmittel zu analysieren und ihn anschließend zu interpretieren. Meist sind diese Gedanken weniger positiv geprägt. Leider – denn Stilmittel sind eigentlich eine ziemlich coole Erfindung.

Es gibt Unmengen von Möglichkeiten, den Text zu verschönern – im folgenden habe ich die gängigsten mit Beispielen aufgelistet 🙂

Akkumulation: Eine simple Aufzählung.

z.B Er war groß, feist, bärtig und Barbar

Allegorie: Die Verbildlichung eines Begriffes

z.B. Sensenmann

Alliteration: Mehrere Wörter mit dem gleichen Anfangsbuchstaben in einem Satz

z.B. Milch macht müde Männer munter.

Anapher: Die Wiederholung eines Wortes oder einer Wortgruppe am Satzanfang.

z.B. Er hasste ihren Geruch, er hasste ihre Stimme…

Asyndeton: Eine Wortreihe ohne verbindende Konjunktion

z.B. Alles rennt, rettet, flüchtet…

Chiasmus: Die Kreuzstellung entsprechender Satzglieder

z.B.

In der Bar fand ich ihn dann, ich erschoss ihn in der Bar.

Ellipse: Ein grammatisch unvollständiger Satz

z.B.

Ende gut, alles gut.

Emphase: Die Betonung eines Satzinhaltes.

z.B.

Mord! Mord! Er wurde ermordet!

Epipher: Die Wiederholung eines Wortes (einer Wortgruppe) am Satzende

z.B.

Sie töteten aus Eifersucht
Und tranken aus Eifersucht

Euphemismus: beschönigende Umschreibung

z.B.

Verscheiden oder entschlafen (für sterben)

Hyperbel: Übertreibung

z.B. fuchsteufelswild, höchst erregt

Inversion: Die Umstellung von Satzgliedern zur Betonung der Satzaussage

z.B.

Sterben sollst du!

Ironie: Das Gegenteil vom Gesagten meinen.

z.B.

Natürlich mag ich dich! (für: ich mag dich nicht)

Klimax: Reihung gleichartiger Satzglieder mit Steigerung

z.B. Herrlich ist der Sommer. Noch herrlicher ist…

Litotes: Verneinung des vorgeschalteten Worts

z.B. Er hatte nicht wenig Kraft

Neologismus: Wortneuschöpfung

z.B „Schweinebärmann“

😉

Metapher: Bildhafter Ausdruck, Nutzung eines Wortes in übertragener Bedeutung

z.B.

Das Rad des Lebens

Oxymoron: Verbindung zweier Begriffe, die sich widersprechen

z.B. junger Greis, alter Knabe

Parallelismus: Wiederholung der gleichen Konstruktion in aufeinanderfolgenden Sätzen

z.B. Dunkel ist die Nacht, hell ist der Tag.

Paranthese: Einschub eines Gedankens

z.B. Hunderte von Menschen – es sah nach einer Demonstration aus – standen auf dem Platz.

Paradoxon: Widerspruch

z.B Einmal ist keinmal

Personifikation: Vermenschlichung von Begriffen

z.B. Die Berge thronten

Polysyndeton: Wortreihe mit verbindender Konjunktion

z.B. Und lachen und tanzen und Freude daran haben

Sarkasmus: Eine extreme Form der Ironie.

z.B Ich habe ihn mit der Axt gestreichelt

Symbol: Eine Art Erkennungszeichen, steht für etwas

z.B.

Weiße Taube = Frieden

Synästhesie: Verbindung verschiedener Sinneseindrücke

z.B Dunkel grollte der Donner

Anhand dieser großen Zahl der vorgestellten sprachlichen Mittel kann man sehen, wie flexibel wir Autoren bei der Ausprägung unseres Stils sind.
Die Liste erhebt übrigens keinen Anspruch auf Vollständigkeit – es gibt noch viel mehr Stilmittel.

Ich hoffe diese Auflistung bringt dir etwas bei der Überarbeitung des ein oder anderen Textes. 🙂

PS: Mit Stilmitteln kann man auch wunderbar eine zweite Sinnebene schaffen 😉

Frohes Schaffen!

L.

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One Thought to “Schreiben mit Style – Stilmittel und ihre Verwendung”

  1. […] ist im Endeffekt einfach nur ein Stilmittel für mehr Abwechslung im Text. Das hat aber mehrere Effekte: Zum einen bekommt der Leser einen konkreten Eindruck, zum […]

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