Ein Weg um den Infodump zu vermeiden

Ein Problem vieler Manuskripte, die auf meinen Tisch kommen, ist Folgendes: Sie sind die Länge gezogen, große Teile meist überflüssig. Sie enthalten einfach zu viele Beschreibungen, zu viel Information auf einmal.

Sie enthalten Infodumps.

Müsste man es definieren, könnte das wie folgt aussehen:

Infodumps sind eine starke Anhäufung von teilweise überflüssigen Informationen, die den Leser überfordern. Sie zeichnen sich durch eine hohe Informationsdichte, insbesondere bei der Biographie und Beschreibung von Charakteren, aus.

Was ist jetzt so schlimm an den Informationsmüllkippen? Info ist doch gut, oder? Nur bedingt. Man darf den Leser nicht überfordern. Der Leser muss langsam an die Geschichte herangeführt werden, er will sie erleben und keine ellenlangen Beschreibungen lesen.

Allerdings kann man Infodumps umgehen, bzw. verpacken.

Beispiel:

Henry war ohne Brille blind wie ein Maulwurf. Der lichte graue Haarkranz an seinem übergroßen Kopf und die kleinen Ohren, in Kombination mit seiner großen Nase verstärkten den maulwurfartigen Eindruck noch. Sein rot-weiß kariertes Holzfällerhemd, die graue Jeans und die sporenbewehrten Texasstiefel aus Wildleder liesen ihn irgendwie wildwestmäßig aussehen. Das war es, was er war – ein texanischer Wildwestmaulwurf.

Diese Beschreibung reicht für ein gutes Bild, insbesondere durch den Maulwurfvergleich. Wenn man das Ganze als reinen Infodump formulieren würde, würde das folgendermaßen aussehen:

Henry sah wahnsinnig schlecht. Ein lichter grauer Haarkranz auf einem übergroßen Kopf, kleine Ohren, große Nase. Ein rot-weiß kariertes Holzfällerhemd, graue Jeans und sporenbewehrte Texasstiefel aus Wildleder.

Wir sehen also, wenn wir Beschreibungen mit starken Bildern verbinden, kann man durchaus mehr Information verpacken. Das ist der eleganteste Weg um Infodumps zu vermeiden.

 

Frohes Schaffen,

L. […]

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