Emotional flexibel – immer wenn der Leser hungrig ist, wird er zur Diva.

Wer kennt die Werbung für einen bekannten Schokoriegel nicht?
Folgende Situation:

Ein paar Männer nach dem Sport beim Umziehen in der Kabine. Einer wird mit Socken beworfen und angewiesen den Mund zu halten – von niemand geringeren als einer bekannten US-Schauspielerin. Darauhin bekommt sie mit den Worten „Immer wenn du hungrig wirst, wirst du zur Diva.“ einen Schokoriegel von den anderen, und schwupps, die Dame verwandelt sich in einen der Freunde. Auf Nachfrage geht es dem Kumpel nach dem Schokoriegel ergeblich besser.

Abgerundet wird der kleine Film durch den Slogan „Du bist nicht du, wenn du hungrig bist.“

Ein interessanter Spot, nicht nur aus Werbesicht betrachtet; auch als Schriftsteller kann man etwas für sein Buch respektive die Figuren lernen.

Wer Schriftsteller werden will, muss sich klar machen, dass ein Leser bestimmter Erwartungen an das erworbene Werk hat.
Die will er erfüllt haben. Und zwar zu seiner Zufriedenheit.

Betrachten wir den Spot etwas genauer. Sagen wird die Diva ist der Leser und die Freunde sind die Charaktere deines Romans.

Was fällt auf? Der Leser verhält sich den Figuren über nicht gerade nett, weil sein Bedürfnis (in diesem Fall „Hunger nach Unterhaltung“)nicht erfüllt wird.

Gehen wir einen Schritt weiter und sehen den Schokoriegel als Symbol für die Erwartungshaltung des Lesers. Der Leser bekommt etwas gegen den Hunger nach Unterhaltung – und wird handsam.

Genau so kann man überspitzt eine der Schwierigkeiten in der Schriftstellerei darstellen. Es geht (unter anderem) darum, die Bedürfnisse des Lesers zu erfüllen. Schließlich hat er für dein Werk bezahlt. Wird sein Hunger nicht erfüllt, wird er dein Buch zuklappen und wegwerfen wie Sportsocken.

Wie erreicht man nun, das die Wünsche des Lesers befriedigt werden?

Als ersten Schritt sollte man das Genre analysieren in dem man sich bewegt:
Welche Grundinhalte sind typisch? Was könnte den Leser dazu bewegen, mein Buch zu kaufen? Und vor allem: Warum sind manche Bücher so erfolgreich?

Als nächstes muss man abstecken, wer die Zielgruppe ist: Jung/Alt? Teenager oder Literaten? Für wen schreibe ich? Wie muss ich formulieren, welches Sprachniveau (in Abhängigkeit des Genres) soll ich verwenden?

Beispiel:

Bram Stokers „Dracula“ Stephenie Meyers „Twilight“ und „Night Huntress“ von Jeannine Frost

Die drei Werke kann man nur bedingt miteinander vergleichen: Alle drei behandeln das grobe Oberthema „Vampir“ – aber mit unterschiedlichen Perspektiven.

Während in „Dracula“ der Vampir der Böse ist, steht in Twilight die Romanze zwischen Vampir und Mensch im Vordergrund. Night Huntress ist sogar eine Mischform. Dort werden die meisten Vampire als Böse dargestellt und trotzdem lässt sich die Protagonistin (übrigens ein „Halbblut“) auf einen Vampir ein.

Dieses Beispiel soll verdeutlichen, wie wichtig es ist, Zielgruppe und Werk aufeinander abzustimmen – oder zumindest einen gewissen Zielkreis an Lesern im Hinterkopf zu haben.

Der Spaß an der Sache muss natürlich erhalten bleiben, keine Frage; aber der Leser wird enttäuscht sein, wenn seine Erwartungen nicht erfüllt werden.

Eine weitere Überlegung die gemacht werden sollte um die Bedürfnisse des Lesers zu erfüllen ist, was macht deine Geschichte so besonders? Warum sollte der Leser gerade dein Buch zur Hand nehmen?

Mache dir bewusst, wieviel Konkurrenz du hast. Sieh nach wohin der Trend geht und beeinflusse ihn mit. Finde neue Perspektiven, die dein Werk hervorstechen lassen und gib ihm eine ungewöhnliche, neue Story. 

Als Beispiel abermals Stephenie Meyer:

Mit ihrer „Twilight“-Reihe hat sie einen Hype ausgelöst und ein neues Genre begründet: Teenagervampirromanzen.

Inzwischen gibt es auch einige Nachmacher die in die selbe Kerbe schlagen. Und docht gilt „Twilight“ als das Standartwerk. Eben, weil die Umsetzung der Idee neuartig war.

Also denk daran – Gib dem Leser was er will!

Frohes Schaffen!

L.

???Achtest du auf die Wünsche der Leserschaft? Oder machst du „dein eigenes Ding“? Denkst du, es ist sinnvoll, sich nach Trends zu richten? Hinterlasse einen Kommentar! 🙂

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