„Brot und Spiele“ – Was man von Cäsaren lernen kann

Es gibt viele Autoren, die Angst vor dem Veröffentlichen haben. Behaupte ich jetzt mal einfach so. Es gehört schon Überwindung dazu, sein Werk einem (doch äußerst) kritischen Publikum zum Fraß vorzuwerfen. Diese Behauptung stelle ich ebenfalls einfach so in den Raum.

Warum ich zu diesem Schluss komme?

Ganz einfach, weil es stimmt.
Jeder (ernsthafte) Autor stellt Ansprüche an sein Werk, die ungleich höher sind als die des Publikums; dabei gilt eine ganz einfache Devise: „Brot und Spiele“.
Wer sich die Kriminalschiene ausgesucht hat, sollte erstmal solide Krimis schreiben – wer mit fantastischen Geschichten begeistern will, der ist im Fantasybereich am besten aufgehoben. Experimentieren kann man später immer noch.

Zu hoch ist der eigene Anspruch an die Neuartigkeit des Textes, an seine Gestaltung, den Aufbau….und und und.
Alles muss perfekt sein – doch das ist Utopie.

Hier der ultimative Tipp:

Gib dem Publikum (respektive der Leserschaft) genau das was sie will.

Was hat das mit römischen Herrschern der Antike zu tun?
Sie haben genau das gleiche gemacht. Ernsthaft jetzt.

Das römische Reich funktionierte unter anderem durch die Befriedung des Pöbels und dieser war mit genau zwei Dingen glücklich:

1. Etwas zu Essen, also Brot
2. Gladiatoren zuzusehen wie sie sich gehenseitig eins auf die Rübe geben, den sogenannten „Spielen“

So einfach ist das.

Die Genialität des Prinzips hat die Zeit überdauert.

Ein Beispiel:

Wenn jemand einen Roman kauft, der mit den Worten „Spannend bis zum Äußersten“ beworben wird, dann erwartet er auch das: Spannung.

Spannung ist das Brot, doch was sind die Spiele?

Die Spiele sind die Unterhaltung, die Andersartigkeit – die Individualität deines Werks, wenn man so will. Wie du diesen eigenen Unterton in deinem Werk umsetzt bleibt dir überlassen. Da kann, soll und darf dir niemand dreinreden.

Im Endeffekt geht es beim Lesen eines fiktionalen Textes um genau eines:
Ablenkung von der wahren Welt.

Genau dieselbe Funktion hatten die Spiele im guten alten Rom: Sie sollten von Missständen ablenken, wie beispielsweise marodierenden Walisern oder Wikingern die auf etwas andere Besichtigungstouren gingen. Die Begriffe Souvenier und „Give-away“ bekamen in diesem Zusammenhang übrigens völlig neue Bedeutungen 😉

A propos Give-away: Bei den Spielen wurde immer Brot verteilt. Quasi als Werbegeschenk.

Oder wie Marx sagen würde:“Opium für das Volk“.

Wie dem auch sei; besonders am Anfang deiner Schreibkarriere gilt es, das Publikum mit dem zu versorgen, was es will.

Was genau dass ist hängt natürlich vom Genre ab, hier musst du ein wenig eigene Forschung betreiben 😉

???Hat dir der Beitrag gefallen? Hinterlasse einen Kommentar! 🙂

Frohes Schaffen!

L.

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