Anglizismen, World of Warcraft und die deutsche Sprache

In der heutigen Zeit ist unsere Sprache geprägt von Lehn- und Fremdwörtern. Insbesondere das englische Vokabular schleicht sich langsam, aber sicher in die Sprache der Dichter und Denker ein.

Ich sage es ganz offen. Ich mag Anglizismen nicht. Zumindest nicht sonderlich. Mir ist klar, dass mit der Entwicklung der deutschen Sprache im Zuge der Globalisierung englische Begriffe in das Deutsche Einzug gehalten haben. Dagegen ist nichts einzuwenden – solange die ursprünglichen Worte nicht verdrängt werden.

Englisch an sich ist eine wunderschöne Sprache, die zudem relativ leicht zu lernen ist. Kein Wunder, dass es noch vor Mandarin als Weltsprache avanciert. Wohl ein Grund von vielen, der Anglizismen begünstigt. In China und Indien wird der Unterricht sogar teilweise auf Englisch gehalten.
Anglistik ist in Mode. Ob in Freizeit, Beruf oder aber in der sozialen Teilhabe – Englisch ist allgegenwärtig. Und so sickern Begriffe der lingua franca langsam, aber stetig in andere Sprachen ein. Teils bewusst, teils unbewusst.

Was ich, im Gegensatz zu Anglizismen, allerdings gerne mag ist World oft Warcraft: Ein sogenanntes MMORPG.

Und da haben wir den ersten Anglizismus dieses Beitrags.

MMORPG steht für „Mass Multiplayer Online Roleplay Game“. Zu deutsch „Massenmehrspieler Online Rollenspiel“.
Ich geb es zu; MMORPG hört und spricht sich besser als MMORS.

Vor allem in der „Gamerszene“ (noch einer :D) haben sich Anglizismen durchgesetzt.
Ein (zugegebenermaßen extremes) Beispiel: Ein Spieler schreibt in einem offiziellen deutschen Forum dass ihn etwas stört. Und das sieht dann folgendermaßen aus;

Nervig wenn PVE HC gear people unsere PVP Händler killen u full PVP equiped Spieler no chance haben… überdenkt dieses neue Konzept, denn so hat es wenig mit fairness zu tun.
Upgrade Elite gear oder back to resi only on PVP equip. It’s crap imo.
‚Nuff said….

Der Originalbeitrag findet sich übrigens hier.

Ich weiß nicht, ob aufgesetzte Coolness (auch dieses Anglizismus bin ich mir bewusst 😉 ) eine Rolle spielt, oder aber dieser Spieler des Deutschen nicht mächtig ist.

Was mich stört ist nicht einmal die grundlegende Verwendung von Anglizismen. Was mich stört ist das Maß davon.

Sogar namenhafte Zeitungen schreiben nicht mehr vom „Gegenpart“ sondern vom „Counterpart“. Es gibt nur noch selten ein „schön“ oder ein „fein“ als Ausdruck des Gefallens; nein sie wurden im Jugendjargon längst durch „nice“, „cool“ und „fine“ ersetzt. Wir surfen im Net und clustern unsere Ideen auf Mindmaps.

Und überhaupt ist korrektes Deutsch „Oldschool“.

Ich sage es ganz offen – Ich habe Angst. Angst um die deutsche Sprache. Muss Globalisierung mit einer linguistischen Assimilation einhergehen? Oder sind wir vielmehr auf dem Weg zu einem Deutsch 2.0? Einem Denglisch?

Ich weiß es nicht.

„‚Nuff said“

L.

??? Was denkst du über Anglizismen? Hinterlasse einen Kommentar! 🙂

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