Alles hat ein Ende – auch dein Roman

Oft wird über den Anfang der Geschichte gerätselt. Den perfekten ersten Satz, die zündenden Zeilen, die die heiße Neugier des Lesers entfachen.

Über das Ende wird aber meist geschwiegen. Der Roman ist zuende, wenn das Böse besiegt ist, und der Held im Ohrensessel die Beine hochlegt. Zu seinen Füßen den treusorgenden Hund, neben ihm die Frau seiner Träume, die ihn anschmachtet. Stimmts? Nein, eben nicht.

Ein passendes Ende ist nicht einfach zu finden. Auch wenn sich Enden für gewöhnlich einfach und „rund“ lesen.

Man muss eben erst einmal das passende Ende finden. Und Typen von Enden gibt es mehrere: Das offene und das geschlossene Ende, sowie das gute und das schlechte Ende. Wahlweise auch alles gemischt, wie die Farben beim Kindergeburtstag.

Merke:

Ein offenes Ende hat die Eigenschaft, dass die Geschichte „abgeschnitten“ wirkt – sie lässt Fragen offen.

Ein geschlossenes Ende hingegen räumt mit allen losen Fäden erbarmungslos auf.

Wie findet man aber nun das richtige Ende? Das mag zum Gutteil von der persönlichen Präferenz abhängen – aber im Endeffekt geht es darum aus dem Ende den besten Effekt herauszuholen. Was viele Autoren leider sträflich vernachlässigen.

Auch hängt es vom Genre ab. Wenn beispielsweise in einem Psychothriller ein offenes Ende gesetzt wird, läuten bei den meisten Lesern die Alarmglocken: „Oh, da kommt noch was! Den nächsten Band hole ich mir!“ (Oder auch nicht, je nach dem, ob das Werk überzeugt hat).

Wenn in der romantischen Liebesgeschichte zwischen Adela Männerfang und ihrem Butler James jedoch ein offenes Ende vorherrscht, fühlt sich der Leser (meistens zumindest), pardon, verarscht.
Er erwartet eine Geschichte, die ein glückliches oder (in seltenen Fällen) unglückliches Ende hat. Entweder die beiden kommen zusammen oder nicht.

Natürlich muss man den Einzelfall betrachten, aber bei gewissen Genres passen manche Enden einfach besser.

Beispiele:

Krimi/ Thriller als Einzelband -> geschlossenes Ende
Krimi/ Thriller als Serie -> unter Umständen offenes Ende, lieber geschlossenes.
Liebesgeschichte als Einzelband -> geschlossenes Ende
Liebesgeschichte als Serie -> geschlossenes Ende mit Trübung (Mischform)

Ist die Geschichte wirklich komplett abgeschlossen? Oder konnte der Bösewicht fliehen und harrt auf eine neue Chance? Taucht auf einmal der besessene Stalker der Frau auf?
Je nachdem, ob die Geschichte Teil einer Serie oder ein in sich geschlossenes System ist, muss man das Ende wählen. Es hängt also von deiner Story ab.

Blöder Ratschlag? Okay, ich gebs zu.

Tipp:

Spiele verschiedene Enden durch. Eines passt immer besser als die anderen. Überlege dir, auf was die Story angelegt ist.

Geht die Geschichte noch weiter? Oder sind die Figuren jetzt glücklich und unbedroht, respektive dank dem siegreichen Bösewicht, eingestampft?

Im Endeffekt musst du das Ende wählen, das am besten passt. Es muss sich aus der Geschichte ergeben und dem Leser entweder zeigen „Das wars!“ oder „Pass auf, im nächsten Band gehts weiter!“

So oder so – irgendein Ende wird deine Story haben.
Genau wie dieser Post.

??? Wie wählst du deine Enden aus? Machst du dir Gedanken darum? Hinterlasse einen Kommentar! 🙂

Frohes Schaffen!

L.

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