Alternativ eben anders: Aus welchem Grund die erste Lösung nicht immer die beste ist

Wir alle kennen das: Man schreibt und schreibt und schreibt. Das Plotten geht schnell von der Hand, die Ideen fliegen uns gerade so zu.
Dann werfen wir mit dem kritischen
Auge des Lesers einen Blick auf unsere Rohfassung und stellen fest, dass unsere Geschichte total vorhersehbar ist.

Mist.

Ein Grund, warum es zu solchen vorhersehbaren, oder sollte ich besser sagen langweiligen? Pots kommt, ist, dass beim Grundgerüst der erste Einfall zum Weiterspinnen der Story benutzt wird.
Wenn beabsichtigt, kann Vorhersehbarkeit durchaus ein spannendes Stilmittel darstellen. Oft wirkt sie aber einfach nur eines: Einfallslos.

Beispiel:

Kenny hat sich betrunken und seine Eltern sollen es nicht mitbekommen, weil er sonst Ärger bekommt. Er kommt also nach Hause und versucht möglichst ungesehen in sein Zimmer zu kommen.

Logische Konsequenz oder?

Was passiert aber jetzt, wenn Kenny eben nicht nach Hause kommt? Kriegt er dann noch mehr Ärger? Passiert etwas außergewöhnliches?
Stolpert Kenny vielleicht auf dem Nachhauseweg über eine Leiche und geht stattdessen volltrunken zur Polizei, die ihn in die Ausnüchterungszelle steckt und seine Eltern anruft, weil sie ihm nicht glaubt? Was passiert, wenn dann der Leichenfund nocheinmal gemeldet wird?

Viele Wege führen zum Ziel. Hier das Zusammentreffen von unserem betrunkenen Kenny mit seinen Eltern.

Als Autor bist du der Gott deines eigenen Miniuniversums.
Also lass das Schicksal spielen und nimm nicht die erste logische Konsequenz.
Du hast es in der Hand deine Welt aufregend zu gestalten. Nutze sie.

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