Der Dreikomponentenkleber für deinen Charakter.

Letztes mal haben wir uns damit beschäftigt, wie man an aus einem „Hans Mustermann“-Charakter eine bessere Figur macht. Diese Prinzip wollen wir uns heute genauer betrachten; und zwar, wie man einen Charakter nach dem „Dreischritt“ formt:

Wir müssen uns bewusst machen, dass wir unseren Charakter an drei Eckpunkten festmachen müssen.

Zum einen die körperliche Komponente, zum zweiten der soziale Stand, und zum dritten die psychologische Ebene.

Zur körperlichen Ebene gehört alles, was man von außen wahrnehmen kann. also wie der Charakter aussieht, welches Geschlecht er hat, ob er Asiate, Afrikaner oder Kaukasier ist, welche Körperhaltung unser Charakter einnimmt, Stimmlage/klang, usw.

Der soziale Stand legt fest, in welches Millieu unsere Figur gehört. Wo und wie ist er aufgewachsen? Welche Ansichten hat er? Ist er religiös, patriotisch, Fremdenfeindlich/freundlich? Hat er Freunde, die ihn an sein Millieu binden? Oder gibt es Konflikte, weil er Verbindungen zu anderen Millieus hat?

Die psychologische Ebene ist die Synthese aus den ersten beiden Komponenten: Was resultiert daraus, wie wird die Figur beeinflusst? Wie kommt z.B. ein Jude im New Yorker Ghetto 1930 zurecht? Oder ein Chinese im Wilden Westen? Wie beeinflussen die Umwelt und die eigenen Voraussetzungen das Denken und verhalten der Figur?

Grundsätzlich ist es wichtig, ein starkes Motiv für die Handlungen der Figuren zu haben und Kontrastfiguren zu setzen.

Ein gutes Beispiel hierfür sind „Asterix und Obelix“:

Während Asterix eher klein, und auf den Zaubertrank angewiesen ist und Probleme vor allem mit seinem Intellekt löst, steht Obelix mit seinen dauerhaften Kräften (als kleiner Junge ist er ja in den Topf mit dem Zaubertrank gefallen) hier als großgewachsender Hinkelsteinwerfer im absoluten Kontrast. Und trotzdem (vielleicht gerade deswegen) funktioniert das Gespann so gut.

Ihr Motiv ist klar:

Beide wollen ihr Dorf vor den Römern und anderen Gefahren beschützen.

Ein sehr starkes Motiv.

Mache dir bewusst, wie du eine Situation am besten ausreizen kannst: Würde die Figur jetzt wirklich so und so handeln? Oder steht die geplante Handlung im Widerspruch zu ihrem Charakter/ihren Überzeugungen?
180 Grad-Wendungen sind unglaubhaft!

Deine Charaktere müssen eine Entwicklung durchmachen, in deren Verlauf sie ihre Entscheidungen treffen, weil sie es müssen.

Sobald deine Figur die Möglichkeit hat so zu handeln, wie es ihre Anlage vorschreibt, wird sie es auch tun. Es sei denn, sie hat keine Wahl als sich für etwas anderes zu entscheiden.

Für gewöhnlich treten solche Situationen auf, wenn buchstäblich alles auf dem Spiel steht. Dann wird der Charakter gezwungen, eine Handlung auszuführen, die er sonst nicht in Betracht ziehen würde.

Beispiel:

Obwohl Karl Angst vor Spinnen hat, greift er in das Glas, in dem sich selbige befinden: Denn in dem Glas ist der Schlüssel zu seiner Freiheit. Bringt er den Schlüssel nicht an sich, wird er sterben.

Eine ganz einfache Konstruktion: Wir zwingen Karl, gegen seine Phobie zu handeln, damit er nicht sterben muss. Er hat im Endeffekt keine Wahl.

???Wie gestaltest du deine Charakter? Hast du ein System? Hinterlasse einen Kommentar! 🙂

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