Warum man für Charaktere eine Feile braucht

Hast du schon einmal ein Buch gelesen, das zwar einen richtig guten Plot hatte, in dem aber die Charaktere einfach nur unglaubwürdig oder unausgegoren waren? Ja? Du willst das sicher vermeiden, oder? Folgender Merksatz: Ist der Charakter nicht voll ausgearbeitet, wird er sich beim Schreiben unweigerlich wie ein kleines Kind in der Trotzphase benehmen. Er wird streiken. Einfach, weil er sonst nicht anderes kann oder will. Aber wie baut man einen Charakter auf? Als allererstes sollte man die Rolle des Charakters festlegen: Brauchst du einen Bösewicht, mach ihn böse. Brauchst du einen Helden, modellier dir einen Helden, usw. Das Interessante ist, das all diese Faktoren erst später zugeschrieben werden. Ersteinmal…

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Wie man einen mehrdimensionalen Charakter entwirft – Am Beispiel von „Heinz“

Ein häufiges Problem vieler Autoren ist ihnen leider oft nicht bewusst: Die Charaktere wirken oberflächlich, konturlos, eindimensional. Bei meiner Recherche zu diesem Thema bin ich auf verschiedenste Lösungsansätze gestoßen. Allesamt äußerst inspirierend und gut geschrieben, aber leider meist sehr theoretisch gehalten, selten mit einem Beispiel versehen. Dem will ich hier abhelfen: Wir werden in diesem Beitrag einen Mustercharakter entwerfen. Ich nenne diesen Dummy liebevoll „Heinz“. Im Normalfall hat man bereits eine vage Vorstellung, wie der Charakter beschaffen sein soll, beispielsweise ein zwielichtiger Schurke oder ein kauziger Professor. Der erste Schritt besteht also darin, zu überlegen, welche Rolle der Charakter in der Geschichte spielen soll. Nehmen wir an, wir wollen einen…

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Warum Ungewöhnliches in Texten oft am besten funktioniert

Es gibt Unmengen von Geschichten auf dem Buchmarkt. Wirkliche Massen. Kein Scherz. Es gibt also diese Mengen an Standardbüchern. Und dann gibt es noch Bücher, die sich abheben und kometenhaft die Bestsellerliste stürmen und einen nicht loslassen, einen fesseln. Ich will die „gewöhnlichen“ Bücher nicht schlecht machen, keinesfalls! Viele sind hervorragend geschrieben und bieten wunderbaren Lesegenuss. Aber sie spielen in einer anderen Liga. Warum? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir unser Leseverhalten analysieren. Warum und was lesen wir? Die meisten Menschen lesen, weil sie der Realität entfliehen wollen. Sei es auf dem Planeten Blingtron 200 in der Klongesellschaft  Gruf oder im Mittelalter mit den Abenteuern des Ritters Sir Edward…

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Von der Klimax

Klimax. Tolles Wort. Viele wissen allerdings nicht, was eine Klimax eigentlich ist. Ganz einfach gesagt bezeichnet der Begriff Klimax die Spannungssteigerung in einem Text. Das bedeutet, wenn man eine gute Klimax vorweisen kann, hat man eine gute Steigerung der Spannung. Was hat das jetzt mit dem Schreiben zu tun? Die Klimax kann man sich als Pfad vorstellen, den der Leser auf dem Berg des Textes hinaufsteigt. Ohne Spannungssteigerung wird der Leser weit weniger geneigt sein, den Höhepunkt deines Textes zu erforschen. Für die Klimax gibt es nur wenige Regeln: Sie darf nie abfallen, folglich sollte man immer eins draufsetzen oder die Situation verdeutlichen. Beispiel: Sie fror, die Kälte umgab sie…

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Schwäche kann ein Zeichen von Stärke sein: Warum Helden mit Makel interessanter sind

Jeder kennt das alte Spiel: Der Fiesling hat Böses im Sinne und der Held kommt und stoppt ihn. Soweit so gut. Aber wenn das ganze so schnell und glatt funktioniert ist die Sache ziemlich langweilig. Damit der Leser wirklich mit dem Charakter leidet, benötigt unser Held eine Schwäche. Bekannte Beispiele gibt es genug: Der Held Siegfried in der Nibelungensage beispielsweise ist unverletzbar. Außer einer kleinen Stelle der Schulter, die ihm zum Verhängnis wird. Achilles, der Halbgott, war ebenfalls nicht klein zu kriegen. Paris trifft ihn an der Ferse und nutzt damit seinen Schwachpunkt aus. Wir sehen also, ist dem Antagonisten die Schwachstelle (zu seinem Unglück und zur Verzückung des Lesers)…

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Wie Alltagsgeschichten deinen Roman auflockern können

Im Normalfall ist der Alltag langweilig. Nicht, weil nichts passiert,  ganz im Gegenteil. Er ist einfach nur nicht wichtig genug,  die Konsequenzen haben weniger Gewicht. Warum sollte man trotzdem ab und zu einen Blick hinter die Kulissen gewähren? Bei manchen Romanen kann das sehr viel zur Tiefe des Charakters beitragen. Ein gutes Beispiel dafür ist es, den Antagonisten einmal ein echtes Leben zu geben. In den meisten Romanen ist der Bösewicht einfach nur fies. Allenfalls bekommt er noch ein Motiv verpasst und das wars dann. Warum den Bösewicht nicht kontrovers in seinem anderen Leben als liebevollen Dackelzüchter darstellen? Oder als fleissigen Kirchgänger? Probier es mal bei deinem Bösewicht aus, du…

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Von guten und schlechten Zufällen

Zufälle sind wie Salz in der Suppe: Eine Prise davon macht den Text pikanter, bei einem zuviel schmeckt es nicht mehr. Zufälle sind eigentlich ganz toll. Sie bringen da eine Lösung, wo keine plausible Lösung möglich ist. Sie können den Verlauf einer Geschichte komplett ändern. Wer Zufälle allerdings als Allheilmittel für Löcher im Plot sieht, der wird bitter enttäuscht werden. Wenn man zuviele oder die falschen Zufälle einbaut, wird man den Leser aus seiner Illusion reißen. Und den Autor als faulen Hund brandmarken. Je nachdem, wie gut die Zufälle sind, in verschiedenen Abstufungen. Beispiel: Kenny und Kathe sind in einem Gebäude von somalischen Rebellen umzingelt. Es gibt keine Möglichkeit, lebend…

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Das Geheimnis des Charisma: Wie wir den Leser dazu bringen unseren Protagonisten zu mögen.

Leser sind anspruchsvoll. Und das ist gut so. Leser bezahlen Geld, um sich von uns Autoren in eine andere Welt, in ihr Fantasie entführen zu lassen. Aus diesem Grund stellt der Leser natürlich Erwartungen an das (mehr oder weniger) teure Werk, das er in den Händen hält. Viele Werke stehen und fallen mit dem Protagonisten. Der beste Plot, der pfiffigste Twist – all das ist vergebens, wenn der Leser enttäuscht das Buch zuklappt, weil ihn schlichtweg nicht interessiert was mit der Hauptfigur passiert. Leser benötigen eine gewisse Bindung zum Protagonisten: Ob positiv oder negativ, ist egal. Leichter geht es allerdings mit der positiven Bindung. Bei der positiven Bindung des Lesers…

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Wie man Spannung aufbaut

Spannung ist eigentlich so ziemlich das Wichtigste beim Schreiben. Ohne Spannung hat der Leser keinen Grund, weiterzulesen. Und wenn er keinen Grund zum weiterlesen hat, was wird er dann  machen? Richtig, das Buch zuklappen und sich etwas anderes suchen. Damit uns das nicht passiert, ein paar Grunddinge zum Thema Spannung, auch Suspense genannt. Es gibt verschiedene Arten von Spannung. Mindestens so viele nämlich, wie es Genres gibt. Thriller beispielsweise beziehen ihre Spannung daraus, ob es der Held schafft, ein Verbrechen zu verhindern, Krimis hingegen, daraus, ob der Fall aufgeklärt wird. Bei Liebesgeschichten geht es um die Frage, ob Sie/Er ihren Kerl/Frau bekommt. Wenn du genau hingesehen hast, wirst du feststellen,…

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Warum Kontraste reizvoll sind

Ich habe neulich davon gesprochen, dass ein Kontrast durchaus reizvoll sein kann. Kontraste sind mehr als das: Sie können der Geschichte mehr Tiefe und Substanz verleihen. Ich möchte sogar so weit gehen und sagen, sie können sogar zentral sein und den Kern der Geschichte bilden. Als Beispiel: Stew ist ein Obdachloser, dessen Leben gescheitert ist. Durch einen Zeitungsartikel erfährt er von einem Programm der CIA, in welchem er einen Job und die Chance sieht, wieder auf die Beine zu kommen. Die CIA nimmt ihn in dem Programm an (das ethisch und moralisch verwerflich ist) und macht aus Stew einen Agenten, der sich in der High Society bewegen muss. Natürlich ist…

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